Der schnellste Dekan der Uni
Zwar befindet sich das Hauptquartier des Green Lion Racing Teams im Gebäude W am Grifflenberg, aber die Zusammenarbeit der beiden Fakultäten für Elektrotechnik, Informationstechnik und Medientechnik sowie der für Maschinenbau und Sicherheitstechnik bietet es an, die neu verbaute Technik fast direkt vor Ort zu testen.
Kleiner Spoiler – Herr Prof. Dr. Clemens bringt es auf den Punkt:
„Das hat einen Heidenspaß gemacht!“
Als Lehrstuhlinhaber der „Theoretischen Elektrotechnik“ kennt er sich nicht nur fachlich aus, sondern ist auch privat ein ambitionierter eAuto- und eMotorrad-Fahrer. Doch das war mal eine ganz spezielle Erfahrung, wie er sagt. Gern kam er der Einladung des Teams nach und drehte bei etwas widrigen Wetterverhältnissen einige Testrunden.
Selbstverständlich steckt hinter dem gesamten Projekt nicht nur Spaß, sondern auch sehr viel intensive Arbeit. Und diese teilt sich die Studierendeninitiative aus beiden Fakultäten.
Interview mit Faculty Advisor Marco Kuhlmeier
Wir haben Faculty Advisor Dr. Marco Kuhlmeier gefragt, wie sich dieses Gemeinschaftsprojekt entwickelt.
„Das Green Lion Racing Team ist inzwischen ein fakultätsübergreifendes und hochschulweites Projekt – eine Entwicklung, auf die wir sehr stolz sind. Wir erhalten starke Unterstützung aus unterschiedlichen Bereichen, unter anderem vom Rektorat, der Fakultät 6 und 7 sowie zahlreichen nichtwissenschaftlichen Einrichtungen. Besonders hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit mit der Fakultät für Elektrotechnik. Mehrere Lehrgebiete, Mitarbeitende und Studierende bringen sich aktiv ein. So trifft sich das Elektrotechnik-Team beispielsweise jeden Montag am Lehrgebiet von Prof. Soter, um zentrale Themen zu koordinieren. Die Zusammenarbeit ist dabei vielseitig: von fachlicher Unterstützung über die gemeinsame Akquise potenzieller Sponsoren bis hin zur sicherheitstechnischen Begleitung und dem „Freitesten“ einzelner Komponenten. Vor diesem Hintergrund war die Probefahrt von Herrn Prof. Clemens für uns ein besonderes Highlight – sie bot die Gelegenheit, zu zeigen, was dank dieser breiten Unterstützung entstanden ist.“
Wie sind denn allgemein die ersten Testfahrten mit dem neuen eRacer gelaufen?
„Die ersten Testfahrten mit unserem elektrischen Fahrzeug sind sehr gut verlaufen. Wir konnten verschiedene Systeme – darunter auch die von Studierenden selbst entwickelte Hochvoltbatterie – erfolgreich in mehreren Versuchsfahrten erproben. Das Fahrzeug lief durchgängig zuverlässig und ohne größere Probleme. Einige der gewonnenen Erkenntnisse werden wir nun in die Weiterentwicklung und in das Fahrzeugkonzept für die Saison 2026 einfließen lassen.“
Impressionen
Interview mit Electrical System Officer Louis Rochler
Aus unserer Fakultät konnten wir mit dem Electrical System Officer Louis Rochler sprechen. Wir wollten wissen, ob und was die Studierenden aus ihrer Arbeit am Wagen selbst mitnehmen und lernen.
Werden Inhalte aus dem Studium umgesetzt, oder ist es alles neu?
„Durch unsere Arbeit am Fahrzeug können wir wichtige Erfahrungen aus allen Teilgebieten der Elektrotechnik vertiefen. Sei es die Aufnahme von Sensordaten, die Verarbeitung und das "Logging" dieser, die Ansteuerung von Aktoren, die Arbeit mit geregelten elektrischen Antrieben und Hochvoltsystemen, bei denen es besonders auf Sicherheit ankommt. Für letzteren Punkt habe ich mich zur Elektrofachkraft S3 fortbilden lassen.“
Mit einem elektrischen Antrieb ist das Team ja nun schon ziemlich nachhaltig, aber gibt es noch weitere Arbeitsschritte, bei denen z.B. CO2 eingespart wird?
„Die Produktion des Fahrzeuges ist noch nicht gänzlich CO2 - Neutral. Dies ist schwierig, da die Batterien bei uns natürlich nicht so viele Zyklen durchlaufen wie im Leben eines normalen Elektrofahrzeuges, weil wir es nicht für so viele Kilometer nutzen. Es kann davon ausgegangen werden, dass ein Elektrofahrzeug seinen CO2-Break-Even-Point erst mit einer Laufleistung von vielen tausenden Kilometern erreicht. Wir reduzieren jedoch lokale Emissionen beim Fahren auf Null und nutzen, wo möglich, innovative Materialen. Bei unserem nächsten Fahrzeug versuchen wir, CO2-neutrale Materialen zu verbauen. Die Verwendung des leisen Elektroantriebes ermöglicht uns ein lärm- und nahezu luftemissionfreies Testen auf dem Campus Freudenberg. Auch das sind Vorteile der Elektromobilität im Rennsport. Insgesamt ist es also ein sehr umweltverträgliches System, in jedem Bereich.“
Was sind die Ziele für 2026?
„Für unsere nächste Saison ist die Teilnahme an den Events in der Schweiz sowie am Hockenheimring gewünscht. Weitere Events wie Italien wären für uns auch sehr interessant, sollten wir zugelassen werden und die Reisekosten tragen können.“
Shortclip
Steckbrief eRacer:
| Gewicht (ohne Fahrer) | ca. 240 kg |
| Beschleunigung (0-100 km/h) | 4,2 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 120 km/h |
| Typ | Elektromotor |
| Motor | Emrax 228 |
| Kühlung | Wasser- und Luftkühlung |
| Max. Nennleistung | 124 kW |
| Max. Drehmoment | 220 Nm |
Das Green Lion Racing Team
Wer noch mehr über das Green Lion Racing Team erfahren möchte oder dazu gehören und tatkräftig unterstützen will, kann sich über die Website beim Team melden:
https://glracing.de/ueber-uns/wir-suchen-dich
Unterstützt wurde das Team in der Saison 2025 u.a. von:
Gold: Vorwerk Elektrowerkzeuge, Hazet, Bergische Universität Wuppertal
Silber: Riedel, Bergische Ingenieure, VDI Bergischer Bezirksverein
Bronze: Analog Devices, 3D Connexion, Bürklin, Technoprofil TP Blau, WSW, DDM Sensor Solutions, Wiegand, Tesla, Knipex, Sparkasse Wuppertal, REO, Würth Elektronik, VDE Bergisch Land-Südwestfalen, Aptiv, Anfotec, Schroth, Koehler Design, MKW, Igus